Windstärke Passat - die Frisur hält

Da fahr ich heute so vor mich hin und überlege, wann ich mein spritfressendes Auto wohl verkaufe, um mir eine neue Kutsche zuzulegen, wie ich zu meiner Rechten eine schwarze Motorhaube aus einer Ausfahrt auftauchen sehe. Ich denk noch "Mutti, halt still" und bremse schonmal vorsorglich etwas an.
Meine nächsten Gedanken innerhalb der folgenden zwei Sekunden waren:
1. "Nein, sie tut's wirklich"
2. "Lass es bitte ein Totalschaden sein!"
3. "Ui, Frontalaufschlag bei 60 km/h ... doch die Frisur sitzt. Nicht übel, Audi"

Die Kippe noch am Zahn schälte ich dann eine völlig aufgelöste junge Dame aus ihrem qualmenden Restvehikel, nachdem ich mich durch den Unrat, der erst auf meiner Rückbank und dann auf mir lag, schälte. Man sollte öfter mal aufräumen im Auto. So ein Airbag macht ordentlich Dampf, stellte ich fest. Wunderlich fand ich, dass es aus dem "Schlüsselloch" des BMW qualmte. Hat der auch Schloss-Airbags?

Wie ich schonmal feststellte: Polizisten sollten öfter mal Übungen in Sachen Psychologie genießen müssen. Einer zitternden Frau, die grad auch noch von ihrem Mann am Telefon angeschissen wurde, weil sie den BMW geschrottet hat, muss man etwas Ruhe vermitteln. Und nen neuen Mann natürlich. "Und was machen wir nun mit IHNEN? Da machen sie hier nen Schaden für ... locker 10 Tausend, sag ich mal ... ja, was machen wir denn nun?", sind nicht die Worte, die man wählen sollte. Man versteht keinen Spaß, wenn's einem vor 3 Minuten die Airbags um die Ohren gepfiffen hat.

Aber grundsätzlich war es ne hübsche Geschichte. Obwohl mir meine Motorhaube ein wenig die Sicht nahm, kam ich gut bei der Vertragswerkstatt an, die leider leider leider nur noch nen vollausgestatteten neuen VW-Passat als Leihwagen für mich rausgeben konnte. Die nächsten drei Stunden verbrachte ich folglich auf der Straße und freute mich wie jeck. Gut, dass der Vater noch Erledigungen zu tun hatte, die die Autobahn erforderlich machten. "Ich fahre!"

Und da der Sachverständige vielleicht am Montag kommt und die Werkstatt vielleicht am Dienstag anfängt, hab ich jetzt ne Weile doll Spaß mit meinem Passat-Luxus-Schiff. Wunderbar.

Killerspiele

Freitag, Februar 20, 2009 by hodi aka raketenmann 0 Mal Senf dazu
Warum immer aufeinander schießen? Es hat lange gedauert, bis dieses Foto zustande kam, weil immer ein Spaßvogel kichernd ne Rauchgranate zündete oder gleich die ganze Runde mit ner Handgranate in alle vier Winde zerstreute.

Ich danke den Jungens für eine hübsche hirnlose Ballerei! Herrlich.


Outshined, oder: wie ein Mann zum Discoaffen wurde

Es gibt Dinge auf dieser Welt, die nicht gehen. Männer in rosa Hemden. Lederhosen. Hobbitfilme. Ach es sind der Undinge zuviele, sie alle zu listen. Doch es gibt Dinge, die einem das Herz rausreißen. Dann kann man nicht mehr.

Es gibt schlimme Krankheiten auf der Welt. Es gibt Kriege, es gibt Neid, Haarausfall ... bei all diesen Dingen bleibt ein Stück Hoffnung auf Heilung, Leben, Ignoranz und Alpecin.

Doch es gibt etwas, das Bestand haben muss! Da darf nicht dran gerüttelt sein! Man kann dann nicht mehr. Wenn diese Mauer fällt, kann der Widerwart kein Einhalt mehr geboten werden. Es ist der Glaube an Liebe und Aufrichtigkeit und Rockmusik. Nur wenige tragen ihn in sich, tragen die Kerze durch den Wind, doch das reicht. Man glaubt an sie und kann nicht fallen. Alles wird schon wieder.





Und heute fiel die Mauer. Zumindest erfuhr ich heute davon.
Denn ich sah Chris Cornell in seinem neuen Video. Dann erbrach ich mich. Metalsucks.net schrieb: "REMEMBER WHEN CHRIS CORNELL WASN’T A LAUGHINGSTOCK?"
TIMBALAND!!!!!!! WAS ZUR HÖLLE?!! IST DENN NICHTS MEHR HEILIG?
DER Mann, der einst JESUS CHRIST POSE sang wie niemand es nimmermehr könnte, der Mann, der bei SOUNDGARDEN am Mikro stand! Wenn er sang, war es wie das Auftauchen und Abblasen eines Pottwals neben einem Kajak! BADMOTORFINGER ging in die Geschichte der Rockmusik ein. Man erinnere sich auch mal an TEMPLE OF THE DOG, mit Kloppern wie CALL ME A DOG! Jaha, das war Chris Cornell! Ich war jung und Chris mein Held.
Soundgarden lösten sich auf und Chris' Ideen gleich mit. Es folgte noch ein schönes Soloalbum, aber mit Audioslave war dann alles aus. Aber das ist nicht schlimm. Man kann nicht immer wie man will.

Aber DAS, mein Freund, lass ich Dir nicht durchgehen! Auch nicht mit "Weiterentwicklung" oder sonstwelchen Ausreden. Niemals! TIMBALAND! Chris' neues Album soll nun in ganz neue Gefilde driften und so richtig schön "clubbig" rüberkommen. Wo kommen wir denn da hin? Morbid Angel machen auch keine Platte mit den BeeGees, weil's finanziell grad nicht so rockt. Wie wär's mit Bela B. featuring Screwdriver? Sidos new version of Tschaikowskis Overture 1812? David Gilmore featuring Die Toten Hosen? IST DENN NICHTS MEHR HEILIG?
Ich bin ein toleranter Hörer. Ich mag Annie Lennox und Tool. Ich mag Peter Gabriel und Opeth. Ich mag Portishead und Rollins Band. Sogar Peter Fox' "Schwarz zu Blau" hör ich gern mal im Radio. Aber Chris Cornell und Timbaland tanzen lang hinter den Grenzen, die ich überschreiten könnte. Noch weiter gar als Reggae, wobei ich das nie für möglich hielt.

CLUB-MUCKE! Das ist die Musik, die an Orten mit Discokugel läuft. Dort, wo jeglicher Idee von Musik Hohn gesprochen wird! Wo man Musik zum TANZEN und zum GEIL SEIN und zum CLUBBEN futtert und an der Tür wieder völlig berechtigt ausspuckt, wenn man klaren Geistes ist. Eine Konservenscheiße, die niemals beabsichtigt, GEDANKEN zu erwecken! Sie erweckt nur Ärsche mit Geweih! BAH!

Was reg ich mich auf.
Schade, lieber Chris. Gib die Hoden ab, Du bist nun der Discodancer.





Untitled #1

Eine, die ich demnächst hier einer ausgiebigen Huldigung zuführen möchte, brachte mich am Sonntag wieder auf einen großartigen Song, dessen fast noch großartigeres Video ich hier dem geneigten Leser mal reinschieben will. Kann ja nicht nur Farin Urlaub Fans geben oder Leute, die Hobbits gut finden.

I, phone

Oft halte ich mich für schlau. Oft sogar für schlauer als andere. Dann gehe ich etwas kaufen und merke, dass ich gar nicht so richtig schlau sein kann.

Ich kann da doch nicht drauf reinfallen! Marketing! Himmel! Die kommen mir nicht bei!, dachte ich wiederholt schlau, als mir der Daijiro am Freitag zum hundertsten Mal mit seinem EiFon vor der Nase fuchtelte. So'n Apfel aufm Computer, ok, das muss halt. Der Nerven wegen. Und als ich viel später dann zuhause war, fand ich mich gar nicht im Bett, wie ich es geplant hatte. Nach kurzer Suche sah ich mich vor dem Computer mit dem Apfel drauf. Ich verglich Preise im Internet und rundete rigoros ab. Sie hatten mich am Arsch.

Als ich noch viel später dann im Bett lag, fiel mir auf, warum sie mich hatten. Ich lag da ganz allein. Aha! Weder Kommunikation noch Spielzeug. Sie hatten mich da, wo es wehtat.
Und als ich traurig aufwachte, befand ich mich schon schlaftrunken auf dem Weg in die Innenstadt, um denen zu huldigen, die es nicht verdienen: Dem T-Punkt und der Marketing-Abteilung von Apple. Ich kaufte ein iPhone, gab meine Seele ab und lud zuhause schnell die tollsten "Apps".

Nun finden alle mein Telefon geil. Und das muss auch so sein, denn ich selbst finde es gar nicht so geil wie es für den Preis sein sollte. Ich brauche bitte schnell eine kluge schöne blinde Frau, bevor ich mir auch noch einen sprechenden Toilettensitz oder eine After-Duft-Dusche kaufe. Erst die Umhängetasche und jetzt das! Ehrlich. Bitte. Mädels! Meldet Euch!

Klassenfahrt

Montag, Februar 16, 2009 by hodi aka raketenmann 0 Mal Senf dazu
Nachdem ich heute zum ersten Mal auf einer der großen internationalen Messen kreisen durfte, freu ich mich doll. Nicht nur, weil ich viele unfreiwillig komische Mensch-Imitate in Designer-Uniformen auslachen konnte. Ich war der Herr im Hintergrund, der Herr im Kartoffelsack, einer, der da so rumlungerte und Brötchen abgriff und wohl reinkam, weil die Tante irgendwo nen Stand hat. Und dennoch war doch so einiges, was die Firma da an Ihrem im Vergleich doch recht großen Messestand präsentierte, meiner Hände Werk.

Mit jecker Freude sah ich Verträge rascheln und wichtige Leute ihr Business-Blabla zelebrieren. Es waren somit der Dinge drei, die mich guten Mutes Käsewürfel knabbern ließen:
1. Ich bin weit genug unten, dass ich hier nicht den Dressman-Popanz oder den Mess-Diener imitieren muss. Das würde auch schiefgehen.
2. Ich bin weit genug oben, dass der Schabernack, den ich jeden Tag kichernd vor mich hintüddle, tatsächlich von ernsthaften Wichtigwichteln in höherer Stückzahl angekauft wird.
3. Ich habe auch morgen noch einen Job, weil die Bude offenbar läuft. Es ist Teil meiner Persönlichkeitsstruktur, dass ich auf einem Kreuzfahrtschiff eben nicht im Pool uriniere, sondern an der Reling auf den Eisberg warte. Heute wehte ein warmer Wind.

Sechs Stunden mit Neukollegen in einem Auto zu verbringen, ist der Hassanreicherung oft sehr zuträglich. Auch hier wurde mein Weltbild erschüttert. Nicht einmal wollte ich die Faust ballen, mehrfach wollte ich sogar umarmen. Aber das störte mich nicht.

Einen schönen Abschluss bildete die Sendung im WDR-Radioprogramm, in der lustige Freaks aus Werbeagenturen wie BBDO oder Jung von Matt ihr baldiges Ableben schönredeten. Ich beglückwünschte mich, gab meiner Lieblingskollegin im Geiste ein Küsschen aufs Knie, gedachte einer Freundin, die sicherlich noch in ihrer Düsseldorfer Agentur Werbeblättchen schusterte und steckte mir Jochen Malmsheimer in die Ohren, um die Restfahrt auf den Spuren des Königs von Camelot fernab der A45 zu genießen. Es lebe der König.

Ich rief Jochen Malmsheimer, pt. 2

Da Jochen kürzlich im Büro eines Freundes einsaß, um dort was einzusprechen, nutzte ich die Gelegenheit. Die Antwort auf meine brennendste Frage ist einerseits geklärt, andererseits in grobem Maße erschütternd:
Es wird in Kürze kein neues Hörbuch von Jochen gesprochen. Solcherlei ist nichtmal in Planung.

Schlimm.



Rüber machen

Spiele spielen tut man der Gemeinschaft wegen. Ich halte das selbst beim Poker so, was mich immer eine Stange Geld kostet. Ich muss nicht gewinnen, ich will nur nicht rausfliegen. Und das tat ich bislang immer beim Risiko. Ich bin auch nicht schlau genug für solche Spiele.
Onkel Säc hat's schon berichtet, aber es muss natürlich auch hier angeschlagen werden. ICH HABE GEWONNEN! Leck mich am Arsch! AHAHAHAHAHAHAHAAA! Beim Risiko! HAHAHAHAHAHAHAAAAAA! Großartig!


Fenster

Ich hatte ihr vorher gesagt: "Wenn damit was ist, frag niemals mich! Nie!" Aber es war sonnenklar, dass der Tag kommen würde, an dem sie es doch tut. Ganze sechs Bettel-SMS habe ich ignoriert, bis die siebte mein Herz weich werden ließ und ich an ihre Tür klopfte, damit das Ding mir auch die Birne weich macht. Sie hatte sich einen Windows-Computer gekauft. Und jetzt natürlich Probleme damit.
Über Windows zu mosern ist oll. Jeder weiß, dass Windows Schabernack ist, und wer es nicht weiß, der wird es auch nie verstehen. Dies soll also kein Kreuzzug sein. Kauft, was ihr wollt. Aber ruft mich dann nicht an.

"Das geht da nicht!", beschrieb sie präzise das Problem.
"Was?"
"Na, das mit dem Virusdings da!"
Nach eingehender Prüfung des Tatbestandes war offenbar: Da war eines dieser Programme am Werk, die ab Werk vorinstalliert sind, täglich zehn Mal daran erinnern, dass man es nun aber bezahlen soll und sich nur unter größten Mühen löschen lassen. Nach 10 Minuten des Abgrasens sämtlicher Menüpunkte fand ich die Option der Deinstallation.
Ich sags frei raus: Ich bin Mac-User. Und ich habe keine Ahnung von Windows mehr. Ich bin also genau so doof wie all die anderen, die täglich Windows-Rechner kaufen und zu benutzen versuchen.

Die Kurzfassung des Deinstalltionsvorganges will ich hier schildern (die Kurzfassung einer Deinstallation unter Mac geht so: Programm in den Papierkorb ziehen):

- Klick auf "Programme deinstallieren"
- ein leeres Fenster öffnet sich
- nichts geschieht. Der Rechner ist offenbar zu neu, um flott zu arbeiten.
- CSI läuft und ich widme mich dem Fernseher
- dann erscheint eine Liste mit Programmen, die zur Deinstallation freigegeben sind
- ich wähle den Übeltäter aus und befehle
- Windows meldet, ich könne das Programm nicht deinstallieren, weil es grade aktiv ist
- ich suche fünf Minuten nach einer Möglichkeit, es zu beenden, finde aber keine
- ich ignoriere also das Verbot und befehle noch einmal die Deinstalltion
- Windows hat nicht aufgepasst und deinstalliert nun
- es vergehen locker 10 Minuten, in denen ich wieder CSI gucken kann
- ich denke an den guten alten C64. Da konnte man auch immer prima was nebenher machen, wenn er was lud.
- das Programm sei nun deinstalliert und der Rechner müsse neu starten
- ich gebe mein OK und erwarte einen Neustart
- Windows meldet, dass ich den Rechner nicht ausschalten soll, weil es gerade Updates installiere
- Windows startet nach fünf Minuten neu
- Windows meldet, dass es nun die Updates installiere, ich solle nicht ausschalten
- nach gefühlten zehn Minuten startet Windows sich neu
- nach dem Neustart reagiert Windows nicht
- ich bemerke an einer Leuchte, dass der Rechner offenbar mit sich selbst beschäftigt ist und lasse ihm Zeit
- auf dem Bildschirm fliegen plötzlich Fenster und Pop-Ups auf und zu, Windows hat sich offenbar mein hilfloses Geklicke gemerkt und will mir das auch zeigen
- Zwei Programme, die ich wegen unsinniger Speicherauslastung beenden will, stürzen ab oder "reagieren nicht"


Später am Abend überlege ich, wie es wohl sei, wenn mein Auto mit Windows liefe ... Morgens um 7 Uhr.

"Herzlich Willkommen!" ertönt es da beim Einsteigen. Die Stimme aus den Lautsprechern bietet mir alle nötigen Optionen: "Was wollen sie nun tun?" Eine Liste mit Möglichkeiten erscheint auf dem Radio-Display:
1. Ich möchte über Produktupdates von Audi informiert werden
2. Ich möchte einen Radiosender suchen
3. Ich möchte die Fensterscheibe herunterfahren, um Nachbarn zu grüßen
4. Ich möchte das Fahrzeug benutzen

Wie ich also grade Taste 4 drücken will, springt mir ein Pop-Up aus dem CD-Schacht vor den Finger: "Haben Sie schon das Lenkrad bemerkt? Mit diesem Gerät können sie das Fahrzeug in verschiedene Richtungen (außer nach vorn und nach hinten) bewegen". Ich drücke das Pop-Up wieder in den CD-Schacht, woraufhin ein neues erscheint: "Sie haben soeben ein Fenster geschlossen! Möchten Sie weitere Tipps zu Ihren Fenstern erhalten?" NEIN!

Also drücke ich endlich Punkt 4, um das Fahrzeug zu benutzen.
WDR4 ertönt und die Fensterscheiben scrollen runter. Die Heckklappe poppt auf. Der CD-Schlitz raschelt allerhand Zettel hinaus, die über die Heckklappe sowie über die stufenlos erweiterbaren Lufteingänge rechts und links, also die Seitenfenster, informieren. Auf dem Radiodisplay erscheint: "Kofferraum-Modus aktiv: Wollen sie Gemüse einladen?" NEIN!

"Was wollen Sie nun tun? 1. Kofferraum absprengen, 2. Kofferraum tapezieren, 3. Kofferraum schließen." Schließen. "Wollen Sie das Programm Kofferraum beenden? "1. Abbrechen, 2. Neustart, 3. Etwas anderes als Gemüse versuchen". Ich drücke die 1, der Kofferaum bleibt offen.

Ich entscheide, das Ding zu ignorieren. Ich muss zur Arbeit. Bleibt das Ding halt offen. Aber ich muss echt los jetzt.

Ich bemerke den "Start"-Button und drücke zu. Alsbald erscheint das Fenster "Fahrzeugsteuerung" und suche dort die Option "Zündung". Ich finde sie versteckt unter "Erweiterte Fahrzeugmerkmale, Elektrik" und klicke erleichtert hin.
"Bitte legen Sie die Audi-DVD in Ihr Radio ein, um Komponenten zu installieren: Zündung" Ich lege die Scheibe ein, der Motor startet und stoppt. Die Fenster schließen sich, die Motorhaube springt auf. In einem neuen Fenster erscheint die Frage, welches Zündungsmodell ich benutzen möchte: "A2, A3, A4, A6, A7, A8, TT, weitere" Ich wähle "A3" und klicke auf "Zündung installieren". Der Wagen bockt ins Gebüsch, stottert und macht keinen Mucks mehr. Ich werde wahnsinnig.

Ein Gedrückthalten von Zündschlüssel und Senderspeicher 3 startet das Vehikel neu.

"Das Fahrzeug wurde nicht ordnungsgemäß abgestellt und wird nun aus der Vegetation gefahren." Ein Ladebalken erscheint.

"Herzlich Willkommen! Was wollen Sie nun tun?"
Mit der Faust schlage ich auf Punkt 4 ("Fahrzeug benutzen") ein, während ich im Büro anrufe und meine Verspätung ansage. Ein neues Fenster erfragt mein Vorhaben "Benutzen" genauer. "Wollen Sie 1. das Fahrzeug warten, 2. den Wetterbericht abrufen, 3. die Staumeldungen abrufen, 4. das Fahrzeug zu einem neuen Zielort navigieren?" Ich drücke die 4 und der Wagen springt an. Jetzt kann's los gehen.

Tatsächlich läuft alles rund. Der Fußraum für den Beifahrer ist mit Zetteln übersät, die das Radio alle paar Sekunden ausspuckt, um mich auf dem neuesten Stand über mein Auto zu halten. Aber das ficht mich grad nicht, ich kümmer mich später drum. Auf halber Strecke erscheint eine Meldung, die mit Blinken und Radau auf sich aufmerksam macht:
"Es sieht so aus als wollten Sie zur Arbeit fahren. Es konnten keine Butterbrote im Fahrzeug gefunden werden. Das Fahrzeug wird gewendet." Um mir das Gefühl von Mitspracherecht zu geben muss ich bestätigen: "1.OK, 2. Fahrzeug wenden, 3. Abbruch der Fahrt".

Ich blicke in den Rückspiegel und entscheide: "3. Abbruch der Fahrt"
Der Drehzahlmesser zeigt 0, der Motor stirbt ab und ich rolle auf den Seitenstreifen der A40. Ich verlasse den Wagen und werde ihn nie wieder sehen. Nachdem ich an der Beifahrertür meine Blase entleert habe, mache ich mich daran, das Autobahnareal durch die beigepflanzte Schallschutz-Vegetation zu verlassen und zu Fuß wieder nach Hause zu gehen.

Können wir dann?

Lieber Obama,

hübsch, dass Du nun da bist. Ich habe heute an viele weiße Zipelmützenmänner gedacht, die sich arg grämten. Und George, der alte Haudegen, hockt nun allein in good old Texas und trinkt sich tot. Naja. Der haut bestimmt die Laura, wenn er die Lampe an hat. Geh da mal einer hin zum Gucken morgen. Arme Frau. Behält der die Hunde?

Ich glaub noch nicht so recht an "Yes, we can". Weißt Du, solange Du an der Bibel rumfingern musst und Gott Dir helfen soll, ist das mit dem Umdenken noch nen ganzen Block entfernt. Tu mal den lieben Gott auf die Seite. Wenn der im Spiel ist, fliegen immer so viele Leute in die Luft. Der alte Junge ist immer eine prima Ausrede für allerhand Unfug gewesen. Mal weg vom Gottesstaat, das wäre mal ne Startnummer. Kreationisten sprengen. Und die ganzen Schießwütigen da. Fürchterlich. Müssen alle weg. Dann hat der Rest auch Arbeit und kann die Krankenkasse bezahlen. Weißt Du, glücklichere Menschen machen weniger Quark. Weil sie nicht auf Gott hoffen müssen. Echt.

Du hast ja an sich schon viel bewegt. Weil Du als Schwarzer jetzt in den Chefsessel pupst. Das ist pädagogisch wertvoll für alle Kinder. Aber das man das so betonen muss, ist doch wieder recht armselig. Ist erst der Anfang. Nu aber nicht denken, dass Du der Dschungelkönig bist! Aber bislang wirkst Du nicht so selbstverliebt wie Schorsch.

Mach's gut!