Es geht schon wieder.

Manchmal muss man zwischendurch einfach mal was anderes tun. Die Spannung steigt, ich bin wieder oben auf und der tricky geht seiner Vollendung entgegen. Ich bin so gespannt! Hihihihi.

Schweinereien

Jeder weiß, wie das da abläuft. Ok, nicht jeder. Manche sind derart stumpf, dass ihr Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögen grad bis zur Garage reicht. Aber leider leider gehöre ich nicht zu diesen glücklichen Menschchen.

Ich indes gehöre zu denen, die gern mit Freunden gute Gespräche führen und dabei Massen an leckerem Fleisch oral verklappen. Fleisch ist lecker. Fleisch macht stark und dick und auch sonst alles, was gut ist. Nur groß nicht, glaube ich. Ein gutes Fleisch unter Freunden, herrlich! Mit Messern und Kräuterbutter in den Augen denke ich grade daran, wie lecker das kleine argentinische Rind schmeckte, was ich mir vor einiger Zeit im Kreise der "Feinen Herren" gab. Ich kannte das Tier ja gar nicht. Vielleicht war es ein Unhold. Auch das köstliche Mittwochs-Döner im Kreise der Kollegen sorgt nicht nur für Darmwinde, sondern auch für gute Laune. Was soll man auch tun? Das Zeug wegwerfen? Allerhand Tiere gaben ihr Leben doch nicht für die Tonne. Das gibt's nur bei Menschen.

Heute beim Zappen schlug mir 3sat (das ist ein Sender wie Pro7 oder Sat1) Aufnahmen um die Ohren, die ich lieber nicht gesehen hätte. Jeder weiß, wie das da abläuft, in den Konzentrationslagern für Wesen unterer Ordnung. Aber man denkt dann schnell an Winnie Pooh oder Schweinchen Dick oder all die glücklichen Ferkelchen, die auf Postern in der Metzgerei die Hufe recken, um ihre Köstlichkeit anzupreisen. Dann geht's wieder. In Zeiten von Auschwitz und Buchenwald gab's ja auch Heinz Rühmann. Funktioniert.

Ich weiß nicht, wann's bei mir wieder geht. Ich kann so Filme wie Hostel und dergleichen nicht gut haben, weil ich vielleicht zu viel Einfühlungsvermögen habe (manche Frau wird an dieser Stelle laut lachen). Aber Menschen quälen geht immer noch besser als Tiere. Ich würde zweifelsfrei lieber ne Oma überfahren als ein Reh. Da kann ich nix für. Die Oma hat sicherlich viel mehr Tiere auf dem Gewissen als das Reh. Da ist das nur fair.

Ich war bislang der Ansicht, dass das Töten eines Schweins per Elektroschock ne super Sache sei. Ok, bei Menschen darf man das auch nicht überall, aber die darf man ja auch nicht anschließend essen. Vielleicht ist das der Grund. Essen Islamisten und Christen eigentlich ihre Frauen nach der Steinigung? Nur so ein Gedanke. Jedenfalls geht das Töten von Tieren ganz human vor sich: Das Schwein geht und guckt und fragt sich noch total neugierig, wohin der Weg nun führt und schon isses hinüber. Bsssst. Vier Wochen später liegt es halb verfault auf der Pizza und niemand hat wirklich arg darunter gelitten. So dachte ich bis heute.

Heute durfte ich Zeuge werden, wie das wirklich geht. Da steht ein Haufen Schweine jedes Alters in einem gekachelten Raum und guckt zu, wie ein emotional offenbar völlig demontierter Henker ein Jungschwein mit dem Stiefel auf den Boden drückt, um es dann recht unsanft mit der Stromkeule alles vergessen zu lassen. Das geht nicht immer ganz so schnell wie bei den Jungs, die auf S-Bahnen spielen und dafür sorgen, dass nicht ganz so viele Unterbelichtete lange unter uns weilen. Die restlichen Nicht-Menschen drängen sich derweil an die Wände und versuchen, sich gegenseitig ein Versteck zu bieten. Die dumme Sau versteht durchaus, was da vor sich geht. Sie kann nur nicht die Polizei rufen mit den klumpigen Hufen. Was die dumme Sau mit der Elektrokeule nachts schlafen lässt, verstehe ich nicht. Die Sendung war längst nicht vorbei, aber die paar Sekunden sollten mir genügen. Vielleicht ging's da gar um Bio-Fleisch von glücklichem Getier, ich weiß es nicht.

Ich weiß aber wohl, dass ich nächsten Mittwoch kein Döner ordern werde. Jaja, ich weiß ... da ist kein Schwein drin. Himmel! Vielleicht haben die die Lämmer und Rinder später noch gezeigt, aber ne Psychotherapie wegen traumatischen Fernsehsendungen kriegt man bei keiner Krankenkasse durch.

Und so steh ich da und frag mich, ob das alles so gut ist mit dem Fleisch. Eigentlich kann man das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, wenn man nicht den Mumm hat, sich das Reh selbst aus dem Wald zu holen. Andererseits weiß ich, dass ich auf Obst immerzu "Klo!" antworte und Gemüse einfach nicht mein Freund werden will. Und immer nur Kartoffeln mit Nudeln ist ja auch nichts. Ich bin ratlos.

Zum Abschluss ein Suchspiel! Finde den Unterschied zwischen den folgenden Bildern.


Tierhass

Was nervt am Sommer am meisten? Na?
Mücken? Ha!
Bei 50 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit im Büro sitzen? Ach, Schabernack!
Vielleicht, dass einem allerorts stinkende Menschen ihren Mief entgegenwerfen? Da lach ich!
Bares Fußwerk mit Chipslettenoptik? Man kann wegsehen.
Möglicherweise die Menschen, die bei 30 Grad darüber motzen, dass es zu heiß ist und vor Wochen noch motzten, dass es zu kalt sei? Ja, die sind schwer zu ertragen.
Durchwachte Nächte in fiebrigen Kurzträumen? Auch das nicht.

Was wirklich hammerhart zuschlägt, wenn es um das Zermürben des allerletzten Nervs geht, sind ... MOTTEN!
Was zur Hölle hat Gott sich gedacht, als er dieses flatternde Dreckspack erfand? Worin liegt ihr Daseinszweck? Andauernd fliegen einem nordseeinselgroße grenzdebile Insekten klatschend ins Gesicht. Man kann sie nichtmal erschlagen, um ihrem unheiligen Tun ein Ende zu bereiten, weil sie derart planlos wie ruhelos vor sich hin ramentern, dass man sie schwerer erwischt als die auch sehr unnütze Stubenfliege. Und sollte man doch mal eine erwischen, kann man direkt den Staubsauger holen. Sie bestehen aus Staub. Vor allem in der Birne.

Überall im nächtlichen Zimmer, das eigentlich Ruhe und Besinnung verspricht, knallen sie wie besinnungslos vor das Mobiliar und dessen Käufer. Eine Büffelherde durch's Appartement zu treiben würde weniger Lärm machen. Nichtmal Russen können so nerven.

Motten suchen das Licht. Daher sind sie nachtaktiv. Hm? Wie kann das sein? Ich rufe die Evolution! Hysterisch kichernd nimmt man das letzte bisschen Körperkontrolle zusammen und schaltet die entfernteste Lampe auf Flutlicht, in der Hoffnung, sie mögen nun dort flattern. Aber sie finden die scheiß Lichtquelle nicht. "Da muss irgendwo die Sonne sein! Lasst uns alle dunklen Zimmerecken nach ihr absuchen! Oder haben wir das schon getan? Egal!"

Während ich das schreibe, metert mir eine Mot ... ich kann grad nix sehen ... Motte in der Größe eines geflügelten Bernhardiners vor den Bildschirm. Vor Minuten noch zog sie die dunkle Ecke hinter dem Schreibtisch vor. Ich weiß, dass sie mir gleich wieder ins Gesicht patschen wird. Und ich werde mich wieder erschrecken und mich selbst schlagen.

Die Motte ist die wahre Geißel des Menschen. Als der Pole den Hammer erfand, nannte er ihn Mottek. Und ich weiß genau warum.

Ich, van Gogh.

Mittwoch, Juli 01, 2009 by hodi aka raketenmann 0 Mal Senf dazu
Es ist zum Davonlaufen. Ich kann nur nicht, denn ich bin's ja selbst. Der tricky, der rocco, vor allem die S. machen mich wahnsinnig! Ich weiß, ihr wartet auf neue Bilder und ich habe einen Plan. Aber derzeit kreise ich schreiend um meine Wohnzimmerbirne und raufe mein Resthaar. Es tut mir leid. ICH KANN NIX!

Erleichterung verschaffte mir heute eine Freundin, indem sie sagte, was ich auch schon vermutete. Die S. ist einfach zu schön! So doof es auch klingen mag. Ich komm mir schon bescheuert vor, wie ich Stunde um Stunde da sitze und Fotos einer Frau beglotze. Fürchterlich. Aber ich beglotz ja auch die von männlichen Freunden.

Und obwohl die anderen, es wären nach Schätzungen noch ACHT, allesamt irgendwie mindestens so komisch aussehen wie ich, krieg ich nix hin!

Ich geh jetzt und schneide mir ein Ohr ab. Danach mach ich den tricky fertig. Also malerisch. Zum kotzen. Ich hol jetzt die Axt. Bringt doch alles nix.

Orte

Als ich heute im Büro einen Zusammenbruch erlitt, weil mir der Karnevalssender 1Live die Hirnmasse förmlich aus den Ohren saugt, tat ich einen mutigen Schritt. Ich stellte das Radio auf WDR5.

Die Leute sind das nicht gewohnt. Wir werden täglich derart mit Unfug zugeschissen, dass wir es längt nicht mehr merken. Der letzte Pups von Michael Jackson und andere windige Nachrichten sind wirklich von Interesse, wenn man nichts anderes mehr kennt. Und dazwischen immer ganz viel Deppengeschmalz und BMW-Musik. Man kennt nix anderes. Zugegeben: Diese Beyonce-Nummer "Halo" hätte ich niemals als gut durchdachtes Musikstück entdeckt, wenn ich nicht täglich zur Zuhörerschaft verdammt worden wäre. Es ist nicht alles schlecht, was komisch riecht. Dennoch.
Und so bekam ich natürlich erstmal empörte Blicke, wie ich denn diesen Senioren-Sender einstellen könne. Der Unterschied zwischen WDR4 und WDR5, ja es fiel sogar WDR3, ist den meisten gar nicht geläufig. Doch ich hielt stand und ignorierte das aufbrandende Genöle.

Thema der Telefon-Runde war "Lieblingsorte". Orte, an denen man Gutes tankt und Schlechtes vergisst. Und es dauerte geschätzte zwei Minuten, bis die gesammelte Mannschaft mucksmäuschenstill wurde und zuhörte. Wenige Minuten später kam das erste "was ist denn eigentlich Dein Lieblingsort?" durch die angenehme Stille gehuscht. Man tauschte sich aus. Erzählte Privates und träumte sich dabei weg. Man lernte sich kennen. Und plötzlich war's fünf Uhr. Das hätte HipHop nie geschafft!

Mein Lieblingsort, dies mal am Rande, ist der Nordseestrand bei Scheißwetter. Wer mal das dunkle Meer unter schwarzen Wolkenkolossen sah, weiß, wer er ist.

Zum Jubiläum

Gone six long years ...

Die Zeiten sind nicht leichter geworden. Die Lasten allerdings schwerer. Immer noch hart, damit leben zu müssen. Egal, wie weit der Weg schon gegangen ist. Ich glaube, er hat kein Ziel.

Mancher weiß vielleicht, wovon ich spreche. Der Rest muss es nicht.

Den Soundtrack dazu kann nur eine Band dieser Welt so passend darlegen.

Ja, der M. ist kein Punkrocker. Er ist Vampir.

(kleines Ärzte-Zitat zur Freude des Onkels)

Der neue Heiland ist digital. Die Geschichte von einem Telefon, 8 Hackern und einer wahnsinnigen Meute.

Dem Uninteressierten oder Nicht-versierten sei es kurz erklärt: Apples begehrtes iPhone wird normalerweise (auch außerhalb Deutschlands) nur in Verbindung mit einem Vertrag verkauft. Besonders hierzulande bindet dies den Kunden an Mobilfunkpreise, die jeder Idee von Vernunft Hohn sprechen. Es wird aber dennoch verkauft wie warme Semmeln. Es ist halt schwer cool und ein super Spielzeug. Apples Marketing- und Produktentwicklungsabteilung könnte auch den eigenen Kot in Tüten zu horrenden Preisen locker unter's Volk bringen. Auch, und das muss ich einräumen, weil es sehr zukunftsorientierter Kot wäre.

Sehen wir's mal so: Das Gerät stellt alle Konkurrenten in den Schatten, was die Bedienung betrifft. Apple-typische Benutzung, die selbst einem Meerschweinchen leicht fiele und eine ausnahmslos wunderbar funktionierende Touch-Oberfläche. In der neuen Version sogar fettabweisend.
Dazu stellt sich die Möglichkeit, das Ding als Walkman zu benutzen. Und als Gameboy. Und als durchdachtes Navigationssystem vom führenden Hersteller TomTom. Und bisherige Web-Standards für den Mobilfunk wurden kurzerhand ad absurdum geführt. Gameboy oder Nintendospiele kosten weit mehr als die durchschnittlichen 2,50 Euro, die für den Download im App-Store aufgerufen werden. Ganze Heerscharen von Entwicklern entdecken neue Horizonte und Kontostände, ja mittlerweile steigen auch die großen Spielehersteller mit ein. Neuerlich wird es Spiele nicht nur für PC, Playstation, Wii oder Mac geben, sondern immer öfter auch für's iPhone.
Ich sage es voraus: Irgendwann kann das Ding auf Knopfdruck heiß werden, um darauf ein Süppchen kochbar zu machen.
Der Hype nervt gehörig. Dennoch ist das iPhone ne recht spektakuläre Sache. Das mal nebenbei.

Zurück zum Wesentlichen: Die Bindung an die vor Hohn lachenden Knebelverträge nervt global noch mehr als die Not in Afrika. Anders als mit allen anderen Mobiltelefonen kann man mit dem iPhone allerdings nicht mal eben zum türkischen Handyladen gehen, wo im Hinterzimmer binnen 15 Minuten der Simlock entfernt wird. Warum das nicht geht, entzieht sich meiner Kenntnis.
So taten sich einst ein paar findige Programmierfreaks zusammen, nannten sich "Dev-Team" und machten sich daran, eine Software zu schreiben, die dem Simlock und sonstigen Geldmachereien ein Ende bereitet und nannten das virtuelle Kind passend "Jailbreak". So könnte man es in Kürze ausdrücken (Jailbreak und Unlock sind zwei paar Schuhe, aber an dieser Stele wollen wir das mal außer Acht lassen). Das Dev-Team mutierte binnen weniger Monate zum neuen Messias unter den Tech-Freaks und Modefolgern. Und das sind nicht wenige. Es ist sogar eine recht ehrbare Sache: Die modernen heiligen Könige bringen ihre Gaben aus eigenem Interesse unter's Digitalvolk und lehnen Geldangebote strikt ab.

Es ist immer wieder köstlich, die Katz- und Mausnummer zwischen Apple und dem Dev-Team im Netz zu verfolgen. Meist sind die Updates seitens Apple bereits geknackt, bevor sie via iTunes unters Volk gebracht werden. Das Team kommuniziert das zwar offen im eigenen Blog, veröffentlicht aber niemals Details oder Downloads, bevor Apples Software nicht mindestens einen Tag lang zugänglich ist. Man mag halt nicht, dass im letzten Moment noch "Sicherheits"lücken geschlossen werden können.
Das bisher letzte Apple-Update hatte es allerdings in sich. Der Simlock des iPhone 3G konnte nicht geknackt werden. Ein Ärgernis für alle iPhone-Käufer eines bestimmten Zeitraumes, die schon ab Werk mit der wehrhaften neuen Software beschenkt wurden. Ein neuerlicher Ruck ging durch Deutschland wie um die ganze Welt. Der kleine farblose Blog des Dev-Teams war die zentrale Anlaufstelle für viele Tränen und Fürbitten, die allesamt nichts ausrichten konnten.

Am vergangenen Dienstag dann wurden die Himmelspforten erneut geöffnet. Apple hatte sein zuvor angekündigtes Software-Paket 3.0 kostenlos an seine Jünger verteilt – und das Dev-Team hatte es bereits geknackt. Mitsamt Simlock und allem Simsalabim. Nicht nur, dass Apple seinen Telefon-Jüngern ein paar neue Funktionen hinwarf, die an sich jetzt so großartig nicht, aber immerhin umsonst waren, nein, es gab auch noch nen kostenlosen Hack der Oberklasse obendrauf. Alles umsonst, wie Weihnachten, nur ohne nett sein und was zurückschenken zu müssen. Apples Server brachen für den Abend zusammen.
Auch ich schnüffelte nach Feierabend ins Netz. Denn auch ich bin blöd genug, mir diesen Telefongameboynaviwalkmanwecker zuzulegen, obwohl ich dafür dem rosa T-yrannen den Arsch lecken muss. Wäre ja hübsch, nun wieder übers O2-Netz zu funken, was mich lang weniger kostet.

An diesem Abend bekam ich zum ersten Mal wirkliche Angst vor dem Menschen als solchem, wenn er als Masse auftritt. Staunend wurde ich Zeuge. Die Veröffentlichung des Dev-Hacks ließ auf sich warten, da wohl noch in letzter Minute Probleme überwunden werden mussten und eine unüberschaubare Herde von Telefonfreunden scharrte lautstark mit den Hufen. Heute hatte sich der Messias angekündigt. Und er warf dem Volk alle par Stunden Bröckchen hin. "Is gleich soweit". "Wir machen ja schon". "Moment noch". Ein bisschen fühle ich mich an die Massenorgie in Süskinds "Das Parfüm" erinnert. Doch es sollte noch schlimmer kommen.
Satte 10000 Kommentare allein auf der Blog-Seite des Dev-Teams binnen zweier Stunden. Und alle sagten eines: "Wann kommst Du?" Nebenher wurde getwittert und in Foren gepostet, was die Finger hergaben. Man musste miteinander reden, sich austauschen, raunen und stammeln. "Wann wird es soweit sein?", "Wieviel Uhr ist es bei denen?", "Wann ist bald?", "Ist es schon da?", "Wieso brauchen die so lange?", "Kann ich das auch auf meine AEG-Waschmaschine laden?" ... und so weiter und so weiter. Nicht wenige aus aller Herren Länder fingen an, debile Umfragen zu starten oder Witze einzustellen. Der Abend ging, die Nacht kam. Nur keine Software. Das Dev-Team entschuldigte sich für die Verzögerung, doch man wolle halt keinen unfertigen Schund abliefern. Viele gingen ins Bett, die meisten aber blieben "vor Ort" und klickten im 10-Sekunden-Takt den Reload-Button des Browsers. Es wird nicht wenige gegeben haben, die heute nicht am analogen Leben teilnahmen und stattdessen geschwollenenen Auges weiter klickten und tippten. Dass es sich hier lediglich um einen Hack zu einer kostenlosen Kleinstsoftware handelte, war längst in der Masse untergegangen. Hier ging es um mehr. Es ging um Freiheit. Um die Loslösung von der eigenen Dummheit, der man sich per Vertrag hingab, um dieses Telefon zu besitzen. Und letztlich wusste eigentlich niemand mehr, worum es ging. Man schrie nach ein paar Megabyte, weil die anderen eben auch danach gierten. Doch nichts geschah.

Heute, am Freitag, gegen 22 Uhr rief der erste es hinaus: "IT'S UP! LOOK IN THE DOWNLOAD SECTION!"

Und so war es. Das kleine Rebellenteam hatte seinen Weihrauch per Torrent in die Welt geblasen und schon eine Minute später saugten Millionen von Rechnern an dem gebotenen Strohhalm. Damit es jedem verständlich ist: Ein Torrent verteilt sich durch seine Downloads. Einer läd eine Datei runter und sofort beginnt sein Rechner, die erhaltenen Bröckchen dieser Datei auch anderen anzubieten. Kein Porno der Welt hätte das geschafft. Innerhalb von wenigen Sekunden verteilte sich das Gebotene um den Globus. Lang bevor die Entwickler überhaupt etwas dazu sagen konnten. Sie hätten die bösesten Viren der Galaxie verteilen können, alle hätten sie freiwillig runtergeladen und installiert. Mir kam wieder der Gedanke an Süskind - wäre der Aufenthaltsort des Dev-Teams bekannt gewesen, dann hätten Menschenmassen die Bude gestürmt und die Hobbyprogrammierer mitsamt ihren Computern restlos aufgefressen. um die Weisheit und den Code in sich aufzunehmen.

Richtig beängstigend, oder belustigend, je nach Blickwinkel, wurde es aber in den folgenden Minuten. Bevor das Dev-Team noch erklären konnte, was es mit dem Datenpaket auf sich hat, installierten alle fleißig und ... hahaha ... schossen ihre Telefone kaputt! Die ersten Meldungen schlugen nur acht Minuten nach dem Erscheinen des Torrents ein: "Mein Telefon reagiert nicht mehr". "Mein Telefon hat kein Netz mehr." Ich war etwas enttäuscht, doch das Amusement überwog. Tatsächlich hatte Gottes Werk offenbar einen Fehler, der bislang nicht offenbar war. Doch obwohl mittlerweile an die 200 Kommentare "geht nicht" resümierten, installierte der Großteil der Downloader weiter die Software, was die Kommentare gleichen Wortlautes rasant ansteigen ließ. In einem der Foren hieß es gar "Ich halte es nicht mehr aus ohne Jailbreak!" Eine neue Religion ward geboren.
Wenig später erfolgte auch ein Blogeintrag des Dev-Teams, den viele mal hätten abwarten sollen: "Wartet bis dies und das fertig ist. Wer sein Telefon entsperren will, sollte abwarten!" Doch da war es für die meisten längst zu spät. Ich schrieb derweil SMS über das T-Netz. Viele andere mit Sony-Ericsson Telefonen haben all das gar nicht mitbekommen.

Das Dev-Team schweigt. Vielleicht liegt es im Bett, hat Sex oder isst ein lecker Schoko-Eis im Park. Vielleicht arbeitet es auch an einer fixen Lösung und der weiteren Vorgehensweise. Und die globale Schafherde sieht sich den schlimmsten aller Strafen gegenübergestellt: Schweigen und Ungewissheit. Määh.

Size does matter.

Tja ... die Frage ist, ob ich das toppen kann. Blöd gelaufen.

Und wieder eine!

Zugegeben - ich hatte Angst bei den Mädels.