Wie ich meinen Bildern wieder näher komme

Achtung: Dies ist ein Text über Computer-Hardware. Er ist nicht lustig und kaum einer wird ihn verstehen.

Seit ungefähr sieben Jahren male oder zeichne ich kaum noch analog. Das erste Tablett habe ich wahrscheinlich zu 70 Prozent aus Männergründen gekauft. Ein neues Elektrospielzeug eben. Meine ersten digitalen Bilder ließen erahnen, dass der Charakter einer "richtigen" Zeichnung mit einem Computer niemals zu erreichen ist.
Heute weiß ich, dass Letzteres auch gar nicht das Ziel der digitalen Malerei ist. Ich male halt digital. Ich ahme damit nix nach. Wer käme auf die Idee, am Aquarell als solchem zu bemängeln, dass man damit niemals die Detailtiefe einer guten HDR-Fotografie erreichen könne? Absurder Gedanke.
Ich hab meinen Umstieg gern damit "entschuldigt", dass ich nach dem Arbeiten nicht aufräumen und putzen müsse, sondern das Programm schließe. "Entschuldigt", weil allerhand Leute wirklich denken, dass ein Computer Bilder machen kann (komm mir jetzt niemand mit Haarspalterei). Locker 60 Prozent der Betrachter meiner Malereien fragen sich, mit welchem Photoshop-Filter dieses Bild bearbeitet wurde und wo man den kostenlos runterladen kann. 
Dazu fällt mir grade ne kleine Anekdote ein, die mir ein Arbeitskollege aus dem Ausland kürzlich schilderte: Auf dem Bildschirm befand sich ein Foto mit zwei Gegenständen. Einer vorn und einer verdeckt dahinter. Er wurde nun erst aufgefordert, den HINTEREN Gegenstand aus dem Foto zu extrahieren und dann mit dem hysterischen Gelächter aufzuhören, dass auf die Aufforderung folgte.
So sieht man sich quasi immer dem Vorwurf des Betrügens gegenüber gestellt. 

Wie komm ich denn jetzt darauf? ...
Ach so. Fakt ist also: Der Computer hat seine Vorteile. Aufs Malen und Zeichnen bezogen sind es diese: Es ist billig. Farben, Papier, Pinsel, Stifte und derlei entfallen. Es ist sauber. Es ist platzsparend. Und, ja, ich habe eine Rückgängig-Funktion.

Die Nachteile: Es ist nicht ergonomisch. Beim Herrgott! Allerorts wird dem Pinselnden klar: Du bedienst eine verkackte Maschine. Gottlob war ich mal so mutig, derart viel Geld auszugeben, dass ich heute direkt auf dem Monitor malen kann, anstatt auf einem herkömmlichen Tablett, dessen Konzept mir immer fremder wird. Trotzdem ist es ne Pest und ein dauerndes Ärgernis, dass die Konstrukteure es bis heute nicht hinbekommen haben, dass ich nicht mehr ans Bedienen denken muss, sondern mich aufs Wesentliche konzentrieren kann. Solange ich auf ner Tastatur tippen muss, bin ich nicht beim Geschehen. 

Doch nun ist alles anders. Ich ahnte nicht, dass es Digitalmaler gibt, die sich vom Problem und von den vielen Tasten längst gelöst haben. Die Lösung ist ein kleines Gerät, dass eigentlich mehr für den digitalen Videoschnitt gedacht ist, sich aber prima auch für meine Zwecke eignet. Contour Shuttle Pro heißt das Ding, liegt nun neben meinem Monitor und meine Hand darauf. Ein völlig neues Fahrgefühl.
Das Teil bietet mir 15 frei belegbare Tasten und zwei Drehschalter in einem. Nach eineinhalb Tagen hatte ich mir die sinnvollste Belegung der Tasten ausgedacht. Mich überraschten dabei zwei Dinge: Ich brauche tatsächlich derart viele Funktionen, dass mir die 15 Tasten nicht ausreichen. Und: An zwei Abenden konnte ich das mit den wichtigsten Funktionen programmierte Teil blind bedienen. Blind! Irre. Den wirklichen Nutzen kann ich kaum erklären. Das muss jeder für sich erleben. Ich habe jedoch zum ersten Mal das Gefühl, dass ich wirklich mit der Hand an einem Bild arbeite, weil ich nicht mehr bewusst zwischen Pinseln, Radierern, Pinselgrößen, Zoom, Rotation und all diesen Dingen hin und her schalte. Das macht die freie Hand quasi von selbst.
Und wenn ich weiß, dass im Büro grad Malerarbeiten anstehen, sichere ich mir meine Presets und nehm das Ding mit. Der offensichtliche Nachteil dieser göttlichen Erfindung ist leider, dass man wahrscheinlich nie wieder ohne Haareraufen an einem Computer ohne Shuttle arbeiten kann.

Kurzum: Wer digital malt, sei es nun mit nem Cintiq oder einem herkömmlichen Tablett, dem lege ich das Ding für unter 100 Euro ans Herz, bzw. an die Hand. Zu allen anderen Einsatzgebieten kann ich nichts sagen, aber die Latte an Software-Presets im Treiber spricht Bände.





Mastodon completed

So. Aus. Ein bisschen Licht schadet nicht.


Fred Quecksilber


Prinzessin

Hatte ich völlig vergessen ...
Ein Geschenk an eine Freundin, die sich gern mit englischem Königsgedöns befasst. Jaja, solche Leute gibt es auch außerhalb des Seniorenstiftes.

Das Werk ist nicht mehr ganz taufrisch, sagen wir mal 3 bis 4 Monate, ich weiß es nicht mehr. Der stilistische Unterschied zum aktuellen Bild ist ziemlich dicke, der qualitative auch. Ich bin selbst gespannt, was es als nächstes gibt.





Mastodon kurz vor knapp

Man soll sich nicht selbst loben, weil Eigenlo... fuck off!
Wir nähern uns der Vollendung und ich muss zugeben, dass mir wahrscheinlich tätowierte Arme wie die von Brent (vorn) nie wieder so ausm Arm purzeln werden wie hier. 
Ganz rechts wird noch an der Mimik geschraubt und ein paar Farbkorrekturen sollten das Ganze abrunden. Fantastisch.



Mastodon, Teil 2

Ein paar kleine Farbstudien und schon geht's weiter.
Dieses Mal will ich versuchen, so viel grobe Skizze wie möglich zu bewahren. Die Striche aus der 100-ppi-Vorskizze habe ich nach dem Hochskalieren stehen lassen.






Mastodon Skizze

Viva Kurzarbeit!
Auf "lastende Hitze" reimt sich "Mastodon Skizze", weshalb ich wacker eine anfertigte.





Von der Sonne und einem Trugschluss

Ha!
Als ich auf wetter.com nach erlösendem Regen Ausschau halten wollte, brachte mich die unheilige Smartfon-Ansicht dieser Seite auf "Kais Kolumne", um dort zu erfahren, dass ich nicht bescheuert bin. Und das kam so.

In meinem Leben wurde ich schon oft gezwungen, darüber zu diskutieren, warum ich geiles Wetter nicht geil finde. Versteht keiner. In meinem ganzen Leben fand ich bislang zwei Menschen, die die Meinung mit mir teilen, dass in der ballernden Sonne zu sitzen der Hölle gleich kommt. Ich bin 34. Gefunden habe ich diese beiden vor einem halben Jahr. Ist das nicht schlimm. Genau genommen kenne ich sie schon länger, aber wie auch ich müssen sie nicht dauernd davon quasseln, wie geil das Wetter doch ist, wenn's Herbst ist. Diese Menschen sind mein Chef und mein Englischlehrer. Jaja, der Lehrer ist Brite, dafür kann ich jetzt nix. Aber der Chef kommt stückweise ausm Süden und das macht mir Hoffnung.

Kommen wir zum Punkt.
Alle wollen 30 Grad und Sonne. Und alle finden mich doof, weil ich das nicht will. Genau genommen kann man hier von Wollen nicht sprechen. Bei 30 Grad fühle ich mich wie ein klebriger Kaugummirest, der in der brodelnden Vorhölle der Innenstadt auf dem kochenden Beton zertreten wird und sich langsam vom Schuhladen zum Straßencafe verteilt. Physisch wie psychisch. Und das ist nur wenig übertrieben.
Mir ist nicht ersichtlich, wie man klaren Geistes in der Sonne hocken kann, um langsam die Farben einer Bratwurst anzunehmen. Aber ich verurteile diese Menschen nicht. Darf man ja auch nicht. Die Minderheit bin ja ich. Der Mensch ist übrigens die einzige Spezies, die sowas tun würde. Von Wechselwarmen verständlicherweise abgesehen. Vielleicht wachsen uns irgendwann Schuppenpanzer.

So. Und da kommen wir zu einer Umfrage, die nach besagter Kolumne kürzlich im Internet stattfand. Dass sie nicht repräsentativ ist ... pff, Finger in den Arsch ... Das Ergebnis:



55% der Leute wollen Temperaturen von 20-25 Grad.
Die Hälfte dieser 55 Prozent haben auch mit Regen kein Problem.

15% der Teilnehmer mögen Temperaturen um 20 Grad.
25% hätten gern BIS ZU 30 Grad.

Und der klägliche Rest hätte gern die volle Bräunungsstufe bei über 30 Grad und Sonne.




Aha! So, Freunde. Hiermit sei zumindest unrepräsentativ bewiesen, dass ich keinen an der Murmel habe. Ich bin ein Teil von diesen 15 Prozent. Meine Güte. Das sind nicht wenige.
Und damit das mal ein für alle Mal klar ist: Ich habe nichts gegen die Sonne. Die Sonne ist toll. Sie ist physikalisch gesehen sehr interessant, sie macht Licht und spart somit Strom, ja, sie sorgt dafür, dass man nicht an Mitmenschen festfriert.

Ich geh jetzt wieder in den Keller.
Nicht, weil da keine Sonne ist. Richtig. Ihr habt Euch ja doch was gemerkt.


mal paar Anmerkungen

"Ich hole uns wacker noch paar Brötchen", hieß es heute morgen. Kurz nachdem es vorher aus einem anderen Mund hieß: "Ich muss noch paar Dinge klären" Und da wird kaum noch jemandem was auffallen. Leute. Ich kann das nicht mehr. Ich weiß, ich reg mich manchmal zu schnell auf. Aber ich bin echt am Ende; dabei hab ich meine Tabletten wirklich genommen. Es heißt EIN paar. EIN PAAR!!! Verdammte Scheiße! Irgendwann schlag ich wem mit seinen eigenen Beinen das Gesicht kaputt und dann muss ich ins Gefängnis deshalb. Bitte! Lest doch mal ein Buch oder irgendwas, nein, ach, ich weiß nicht, wo man so eine unfassbare Scheiße kultiviert. Wenn unsere schöne Sprache schon durch Verknappung auf's Sonderschulniveau getrampelt wird, dann konzentriert Euch auf Grunzlaute oder schmiert Kot an Bäume wie die Tiere es tun, Ihr bekackten Amöben! Aber macht mich nicht fertig damit!

Von alten Leuten und Computern. Oder: Schwein gehabt!

Alte Leute reden oft sehr laut. Manchmal, weil ihnen einfach niemand zuhört, manchmal, weil sie sich selbst nicht so hören. Auch meine Mutter wird täglich tauber. Das liegt vor allem an dem Computer, den ich ihr einst vererbt hatte. Ein Apple Powermac G4 MDD, auch genannt: "Der Helikopter". Ich weiß nicht, was Apple sich seinerzeit gedacht hat. Ein schreckliches Gerät.

Und so kam es, dass ich mich sehr freute, Mutti für ne ganz kleine Mark einen neuen Rechner hinstellen zu können. Alte Leute sind ja nicht nur taub, sie sparen auch an allem Nützlichen, um das Ersparte dann bei Aldi für Ramsch-Elektronikartikel rauszukloppen, die sie nicht brauchen und die obendrein nach nen Jahr im Eimer sind. Weil sie da was sparen. Meine Eltern besitzen mehrere tragbare DVD-Player mit Bildschirm. Doch ich schweife ab.

Für den symbolischen und verdammt guten Preis von 50 Euro (!) erwarb ich einen Powermac G5, also den Nachfolger der Höllenkiste. Er sieht nicht mehr aus wie ein Bonbon und man kann sich sogar unterhalten, während er läuft. Eigentlich ein prima Gerät. Bisschen lahm mittlerweile, aber Surfen und Kartenspielen kann man damit allemal. Die Dinger kosten normalerweise natürlich noch wesentlich mehr und sind es auch wert. Belassen wir's dabei. Glück gehabt.

Als ich das Teil zuhause hatte, wunderte ich mich bereits etwas über den Umfang an Anschlüssen auf der Vorderseite, dachte aber nicht weiter. Platten formatieren, mal sehen, welches Betriebssystem ich noch auf nem PowerPC-Prozessor-getriebenen unterbringen kann und ab dafür.

Da staunte ich aber nicht schlecht, als er ohne Mosern OSX Snow Leopard akzeptierte. Hmm … das geht doch gar nicht ohne Intel. Also hab ich dann doch mal nachgeschaut, was ich Mutti da gekauft hatte.

Ich entschied dann, dass mein bisheriger iMac genau das Richtige für sie ist. Vor mir stand ein Mac Pro. Mit zwei 2,66 GHZ dualen Intel Xeon Prozessoren, also 4 Kernen und 1,4 TB Festplatte. Lediglich beim RAM muss es den Besteller seinerzeit geritten haben, denn mit 2 GB kann man grad noch die Maus bedienen. Ein kurzer Blick zu ebay offenbarte mir, dass dieser Rechner durchaus seine 800 Euro wert sei. Ach Du Scheiße.

Ich ließ wacker einen Benchmark auf beiden Computern laufen. Trotz des quasi nicht vorhandenen Arbeitsspeichers steckte der MacPro den iMac locker in die Tasche. Den Rest des Abends verbrachte ich mit der Übertragung meiner Daten.

Und das Allerallerallerbeste: der MacPro hat einen professionellen Monitor-Anschluss mit DVI-I! Ha! Und da das so schön ist, hat er gleich zwei davon. Goodbye MiniDisplayScheiß! Goodbye Adapter, hello Cintiq! Endlich krieg ich auch das affengute Bild, was mir kein neuerer Apple-Unfug liefern konnte. Keine Störungen mehr. Pipi in der Hose!

Doch es ist leider ne Frechheit, was 8 GB RAM für das Teil kosten. Mit 200 Euro ist man dabei. Die werde ich wohl ausgeben müssen. Dafür hab ich dann aber auch quasi nen neuen Rechner. Mit so nem Untertischgerät kann man herrlich die Knete verballern … noch mehr RAM, noch mehr RAM, ne bessere Grafikkarte, SSD-Festplatten, und und und. Nicht so ein Dead-End-Käse wie ein iMac. Ich freu mich. Vielleicht mach ich nen Auspuff dran.