Ich liebe Euch!

Wir sind sowas von ganz weit vorn!





Die vorläufig ganze Geschichte gibt es hier, bis weitere folgen:
Onkel Säcs Geburtstagszoo

Stellenangebot

Für mein sehr kleines Familienunternehmen vergebe ich derzeit eine Vollzeitstelle als

meine Frau.


Sie sollten geistig wie körperlich zumindest einigermaßen auf Scheibe sein und bereits Erfahrungen als Frau gemacht haben.


Sie haben Freude an zwischenmenschlicher Direktkommunikation, können selbständig eigene Wohnräume nutzen und haben schon einmal ein Buch gelesen? Sie können arglos im Team wirken, sind aber auch kühn genug, ihre eigenen Ideen vorzubringen und diese keiffrei zu vertreten? Sie binden sich gern längerfristig? Sie ziehen den hintergründigen Spaß dem Pro7-Abendprogramm vor, können aber genauso gut bei Naturdokumentationen entspannen? Sie sind zwischen 25 und 35 Jahre alt und weitfächrig interessiert? Sie können in ganzen Sätzen sprechen und dem gesprochenen Wort auch über mehrere Zeilen folgen? Sie erklären dennoch nicht weiträumig und wichtigmienig, wer oder was sie sind und enttäuschen später mit Analogwurst? Sie kennen Musik nicht nur von 1Live? Sie haben sogar Freunde außerhalb des Internets? Sie halten sich nicht für eine Mangafigur? Dann könnten Sie die Richtige sein!

Werden Sie Teil einer lustigen kleinen Gemeinschaft! Ich biete allerhand Unfug und schlumpfige Lebensfreude sowie eine gute Portion einbetonierter Miesepetrigkeit. Ich kann fehlerfrei Fischstäbchen zubereiten, lese nachts mit verteilten Rollen vor und bin im Besitz der ein oder anderen flotten Tätowierung, einer elektrischen Zahnbüste und eines Röhrenfernsehgerätes.


Ein eigener PKW sowie solitäre Wohnverhältnisse sind von Vorteil und werden vorrangig behandelt. Ihrer Bewerbung per Email (siehe Link unten) inklusive mindestens 5 Schnappschuss-Fotos ohne digitaler Bearbeitung legen Sie bitte ein aktuelles Gutachten eines anerkannten Psychotherapeuten oder Psychiaters bei.

Ich freue mich auf Ihre flitzefreche und blitzgescheite Bewerbung!

Herzlichst,
Ihr Raketenmann
raketenfrauenpower@web.de

Nase voll

Der Onkel Sac macht es vor: er redet immerzu von seinen sportlichen Heldentaten. Ich will das nun auch mal tun.
Heute riss mir die Haut am Schienbein und es beulte arg, als ich damit konsequent vor einen Unterarmknochen trat. Ich weinte aber nicht. Da zeigt sich der wahre Mann.
Da ich danach aber die Arme noch benutzen konnte, ist jetzt auch der Ellbogen im Eimer. Und da zeigt sich, dass ich doch kein wahrer Mann bin. Ich bin den Tränen nahe, denn mir ist nun eine der wichtigsten Fähigkeiten versagt:
Ich kann nicht popeln!!!

Wieder eine

"hier ich schick dir mal nen paar pics damite mich auch mal zeichnen kannst! aber gib dir blos mühe doh!!"

Natürlich.

Kumbaya, my lord, kumbaya

Ich hatte es ja noch gar nicht erwähnt. Die Probezeit ist um.
Mancher wird sich gefragt haben, warum ich dies nicht als Anlass neuen Jubilierens nehme. Nun, die Freude wurde, sagen wir mal, halbiert.
"Eigentlich ist es schon frech, dass wir alle drei noch Arbeit haben!", stellte meine Mutter kürzlich im Familienkreis fest. Und da hat sie nicht ganz Unrecht, wie sicherlich eine Menge anderer Familienkreise schon feststellen mussten. Ich kenne einige, denen plötzlich ein halbes Gehalt fehlte und fehlen wird. Das sind oft die, die sich freuen, dass sie es nicht gänzlich vom Arbeitsamt beziehen müssen.

Seit Beginn meines Studiums, das war 2001, krebse ich so durch die Gegend. Wenn man es mal zusammenrechnen will, habe ich in den 8 Jahren (ok, in den 3 Jahren Berufsleben) ein Jahr lang "ordentlich" verdient. "Ordentlich" bedeutet für jemanden wie mich, also mit Diplom, Fachwissen und mittlerweile Erfahrung, weniger als 1400 Euro netto. Und zwar in meinem erlernten Beruf, nicht als Aushilfe an Aldis Obststand. Ich setze mich ein und denke mit. Sogar ohne Nachfrage und schreibtischübergreifend. Die Einzigen, denen es noch schlimmer geht, sind die zwei Juristen mit Staatsexamen, die sich aus ihrer eigenen Kacke ein Häuschen bauen müssen, um nach Feierabend dort zu pennen. Eine davon bekommt für ihre 800 Euro netto immerhin sexuelle Avancen vom Chef. Das sind außervertragliche Zuwendungen.

Aber ich will nicht mosern. Ich hab tatsächlich alles, was ich so brauche. Naja, fast. Selbst mein männlicher Elektronikbedarf ist befriedigt. Ich habe einen Job, der mir Spaß macht, ein paar Kollegen, die ich sogar nach Feierabend treffen will und habe mich mit den Eigenheiten der Chefetage und denen, die da gern mal hinmöchten, gut arrangiert. Man mag mich, ich mag man. Zudem kann ich meine Rechnungen zahlen und ein bisschen Trallafitti machen. Was will man mehr?
Wahrscheinlich nur, dass das auch so bleibt. Und ich roch den Braten schon.

Als mich der Finanzier unseres schnuckeligen Betriebes drei Wochen vor Ablauf meiner Probezeit zu sich bat und mir ein ganzes Büffet warmer Worte hinbutterte, ahnte ich, dass da was faul ist. Mitarbeiter werden nicht einfach so gelobt. Schon gar nicht von ganz oben. Ich sei ein ganz Toller, der Firma sehr wichtig und allerhand Unfug mehr. Und deshalb wolle er mich mitnichten feuern, sondern mir ne halbe Stelle anbieten. Mein Ansehen bei ihm und unser Verhältnis generell hatte sich etwas abgekühlt, nachdem ich sein Büro verließ. Doch mir wurde noch erlaubt, das Angebot anzunehmen. Was ich tat. Nicht aus Liebe, das ist klar.
Zwei Tage später erfuhr ich, dass ne ganze Menge anderer Leute künftig gar nicht mehr erscheinen würden. Da hat wer Glück gehabt.

Just an dem Tage wurde eine Betriebsversammlung abgehalten und die gesamte Belegschaft war gespannt, was denn nun aus den Familienplanungen und dem Eigenheim werden wird. Doch der Herr mit der flotten Sportlimousine wollte generellen Mut verbreiten, sich nicht auf Einzelschicksale einlassen und mal was Positives erzählen. Nämlich: seine Geschichte. Eine Geschichte ohne Missverständnisse und Kot am Schuh. Eine Geschichte vom Kinderbett zum eigenen Tellerwäscher. Und so hob er an zu sprechen und viele offene Münder hörten schweigend zu:
Man müsse sich ordnen und organisieren. Dann stünde jedem der Weg nach oben offen. Er hätte studieren wollen. Er habe studiert. Dann hätte er einen knuffigen Titel haben wollen und hat ihn sich erarbeitet. Als nächstes Ziel habe er sich die Führung eines großen Unternehmens ausgedacht und wurde bald Führer in einem (wirklich) großen Unternehmen. Was ihm dann noch fehlte, sei die finanzielle Unabhängigkeit gewesen. Damit hätte es dann auch geklappt. Und, natürlich, er habe immer noch genügend Zeit für Frau und Kinder. Und nun stünde er hier und könne uns allen nur sagen: wir alle können es schaffen! Tchakka!

Da wusste ich eines: wenn Du nicht der bist, der mit Glück zugeschissen wird, oder dessen Eltern Dir einfach überall Leitern hinstellen können, bist Du zwar der Realität ne ganze Ecke näher, aber schön isses da nicht. Ich hätte ihn gern diese Rede vor Uni-Absolventen, der künftigen Bedarfsgemeinschaft, halten lassen und jedem Zuhörer vorher einen Stein in die Hand gedrückt. Nur für alle Fälle. Sie hätten schon gewusst, was zu tun ist. Oder im Foyer des Arbeitsamts, wo all die Ausgebildeten auf ein Bütterchen warten, anstatt sich zuhause zu organisieren und zu ordnen, nachdem sie die dritte Stelle in einem Jahr verloren haben oder die siebenhundertste Bewerbung ohne Antwort im Nirwana entschwand. Vielleicht auch vor mittlerweile jedem fünften Arbeitnehmer, der sich mit einem Job allein nichtmal mehr die Busfahrkarte gönnen kann. Oder vor den Pforten der Düsseldorfer Tafeln, die mittlerwiele wegen Überfüllung dicht sind. Ohne die Last der Ausweglosigkeit, der Angst und dem lähmenden Gefühl der Sinnfreiheit des eigenen Strebens lässt es sich wunderbar ordnen und organisieren.

Selbstverwirklichung ist ganz weit weg von Selbsterhaltung. Und ich lernte in wenigen Minuten, dass es einige gibt, die nicht den geringsten Schimmer davon haben. Man kann es ihnen nichtmal erklären. Aber nur die werden am Ende kichern. Eben die kaufen die Maschine, die zehn Arbeiter ersetzt. Es braucht schon lang keine große Belegschaft mehr, um etwas zu produzieren. Und sollte doch mal Bedarf bestehen, kriegt man seine Arbeitsbienchen von der Personalvermittlung oder gleich aus Ungarn. Resteficken. Dass die armen Seelen keinerlei Plan vom Produkt haben, ist tüttes. Es geht hier nicht um gut, sondern um viel und billig. Gut braucht auch niemand mehr. Kann ja auch keiner bezahlen. Will auch keiner. Kriegt der Kurze halt Ersatzkäse aufs Pausenbrot. Kann er sich schonmal dran gewöhnen. Einzig der Beruf des Therapeuten wird nicht aussterben. Zumindest solange, wie alle sich ihre Krankenkassenmitgliedschaft leisten können. Dann kann der auch einpacken.

Übrig bleiben dann die, die sich einfach organisieren und ordnen können. Wie Hagen Rether es so schön sagte: "Kommt rein, lässt ordentlich einen fahren und verschwindet einfach wieder."
Vielleicht hat auch der Rocco Recht, der kürzlich überlegte, ob diese ganzen Studienfächer und Ausbildungen ersetzt werden sollten und den Gewillten eine einheitliche Allgemeine-Schläue-Ausbildung zuteil wird.
Vielleicht macht es aber auch das Modell von Kollege M.: Kommt vielleicht. Wenn nicht, ruft er an und verkündet: "Arbeite heute von zuhause. Hab verpennt." Er hat gelernt, dass man das mit manchen Chefs durchaus zweimal die Woche machen kann und fährt damit gut. "Er hat ja auch so einen weiten Weg." Und sollte doch die Kündigung kommen, kommt sie halt. Man wird auch so überleben. Wie die Kollegen dieses Teamverhalten bewerten, ist ihm völlig gleich. Muss er ja nicht mit reden. Unfassbar dicke Eier und ne gehörige Portion Ignoranz, ja eine gewisse soziale Fehlbildung, sind womöglich der derzeit einzige Weg zur Selbstverwirklichung. Vielleicht schon immer gewesen. Natürlich gibt es Ausnahmen! Fresse!

Kumbaya, my lord, kumbaya.

Ich, Sisyphus

Ein Teufelskreis. Ich hab Kreislauf.
Niemand, der klaren Geistes ist, kann behaupten, Sport würde bei 30 Grad Spaß machen. Und wer mir schon dabei zustimmt, der stelle sich vor, Sport in einem knusprig kuscheligen Baumwollpanzer in Winterjackenqualität zu tun. Und das, als genüge das nicht schon, in einem stickigen Raum mit stickigen, ja oft stinkigen anderen Menschen, die einen auch noch schlagen wollen. Und kaum fängt man an, Sterne zu sehen, wird man gepackt und über die Schulter zu Boden geworfen. Zu dem Boden, auf dem anderer Leute Fußschweiß viele kleine Patscher bildet. Man will dann einfach liegen bleiben. Egal worin.
Aber das geht nicht. Denn schon bald steht der Trainer, der offenbar nicht aus einem Uterus, sondern aus einem Turnschuh geboren ward, vor einem und animiert streng herum: "Ruhig mitmachen!" Ein schlimmer Spruch. Aus zweierlei Gründen: zunächst trägt er nicht seit gestern einen Schwarzgurt höheren Ranges, was es unmöglich macht, ihn für sein Gelalle schlimm zu vermöbeln, andererseits käme man eh nicht auf die Beine, um solches zu tun. Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit, Wut. Dann ist alles schwarz.

So machte ich mal Pause. Drei Mal. Weil's halt so warm war. Stattdessen saß ich und rauchte Zigaretten. Das ging.

Heute spürte ich allerdings, dass man dies nicht tun sollte. Dummerweise taten es aber auch heute alle anderen, weshalb ich mich faustkämpfend mit einem Schwarzgurt "warm" machte. Der Einzige, der erschien. Irgendwann kam ich mir vor wie ein rudernder Käfer in Rückenlage. Sehen konnte ich den Opponenten schon lang nicht mehr. Er musste irgendwo dort in dem Sternennebel sein.

Sport ist grausam. Es macht einen fertig. Aber man muss dennoch hin, weil einen sonst das nächste Mal noch schlimmer fertig macht. Eigentlich ist Sport wie ein Zahnarztbesuch. Das kann eigentlich niemand wollen.

Erkenntnisse

Donnerstag, Juli 23, 2009 by hodi aka raketenmann 0 Mal Senf dazu

Das VZ kennt mich. Sonst muss ich immer so viel erklären.

Affengeschichten.

Das Thema Fleisch und Massentierhaltung lässt mich nicht los und so kam es auch am Wochenende hie und da zu einer Diskussion. Ich diskutiere ungern, weil ich immer Recht habe, freue mich aber, wenn ich vom Gegenteil überzeugt werden kann. In diesem Fall regte ich das Gespräch mit einer Vegetarierin an, um mehr über die Möglichkeiten des fleischlosen Lebens zu erfahren. Ich weiß ja nix davon.
Aber scheinbar müssen alle, die sich im harten Kampf des Lebens eine Meinung angenäht haben, diese permanent verteidigen. Da hat man mal was. Ne Meinung halt. Eine Haltung vielleicht sogar. Is ja auch schön. Nur muss man die immer freiboxen und verteidigen. Sogar gegen die, die gewillt sind, sie anzuerkennen. Man ist so dran gewöhnt, sich verteidigen zu müssen, dass man den dicken Helm gar nicht erst ablegt. Man hört halt nur schlecht damit.

Und so fand ich mich schnell in einem wilden Wortgemenge wieder, dass ich so nie ausfechten wollte. Ich nahm es dennoch an, denn es versprach Amusement. Und das kam so:

Sie: "Niemand kann behaupten, dass Menschen schon immer Fleisch gegessen hätten! Das stimmt einfach nicht!"
Ich: "So? Also wenn wir von Menschen reden, müssen wir wohl zurück zu den Neandertalern. Und die haben wohl mit Keulen auf Mammuts gedroschen und das sicherlich nicht wegen einer modischen Sportbewegung."
Sie: "Nein! VOR den Neandertalern!"
Ich: "Davor? Was denn nun? Da waren wir Affen."
Sie: "Aha! Und jetzt? Affen ernähren sich ausschließlich vegetarisch!"
Ich: "Was ein Scheiß. Das tun sie mitnichten. Hauptsächlich vielleicht, aber nimmer ausschließlich."
Sie: "Hmm ... ja ... dann ... also ... hmm ... Aaaaber VOR den Affen! Ha! Da haben die Menschen kein Fleisch gegessen!"

Au Backe. Vielleicht will ich dem Klub doch nicht beitreten.

Was die Affen betrifft, so hat mich kürzlich im Fernsehen ein wunderbarer Dialog erfreut:
Der Affe könne nicht so intelligent sein wie der Mensch, ließ dort ein Forscher verlauten. Zum Beweise dessen wurde angeführt, dass der Affe als solcher niemals den Kölner Dom errichtet hätte.
Die denkbar wundervollste Antwort darauf kam knapp und traf ins Ziel: "Richtig. Was soll der Affe auch mit dem Kölner Dom?"

Wieso Fisch?

Montag, Juli 20, 2009 by hodi aka raketenmann 0 Mal Senf dazu
Völlig ungewahr meines Karikaturen-Wahns flog meinem Kollegen M. (siehe auch: "den M. machen": verspätet oder nicht erscheinen) letzte Woche eine Karikatur meiner Person aus dem Handgelenk, die ich durchaus für gelungen halte. Mag sein, dass das Bild in Kürze Einzug in die lustige Produktpalette einer hier ungenannten Firma hält. Das fänd ich hübsch.
Hübsch ist auch, zu sehen, welch irrsinnige stilistische Unterschiede herrschen, wenn man sich mal nicht abgleicht.
Aber wieso Fisch?
Mir fällt grad die konzeptionelle Schwäche auf ... wieso kreisen die Fliegen über mir? Oder war das ein Wink?

Und wieder eine.

Es ist getan! Ich verzweifelte an diesem Gesicht! Der Inbegriff von Goldenem Schnitt, Symmetrie und allem, was die Evolution über die Jahre so ersonnen hatte. Aber es ist getan. Ich habe sie gebrochen. Und vor lauter Freude konnt ich nicht aufhören, weshalb allein dieses Bild etwas detaillierter ausgefallen ist. Und natürlich, weil die liebe S. sich die Mühe machte, mir ordentliche Bilder zu schicken, was belohnt sein will.

Liebste S.,
ich hoffe Du freust Dich ein bissi.

Eigentlich kann ich jetzt sterben gehen, aber es sind ja noch ein paar übrig.


Ausgetrickst

Und wieder einer.

Es geht schon wieder.

Manchmal muss man zwischendurch einfach mal was anderes tun. Die Spannung steigt, ich bin wieder oben auf und der tricky geht seiner Vollendung entgegen. Ich bin so gespannt! Hihihihi.

Schweinereien

Jeder weiß, wie das da abläuft. Ok, nicht jeder. Manche sind derart stumpf, dass ihr Wahrnehmungs- und Vorstellungsvermögen grad bis zur Garage reicht. Aber leider leider gehöre ich nicht zu diesen glücklichen Menschchen.

Ich indes gehöre zu denen, die gern mit Freunden gute Gespräche führen und dabei Massen an leckerem Fleisch oral verklappen. Fleisch ist lecker. Fleisch macht stark und dick und auch sonst alles, was gut ist. Nur groß nicht, glaube ich. Ein gutes Fleisch unter Freunden, herrlich! Mit Messern und Kräuterbutter in den Augen denke ich grade daran, wie lecker das kleine argentinische Rind schmeckte, was ich mir vor einiger Zeit im Kreise der "Feinen Herren" gab. Ich kannte das Tier ja gar nicht. Vielleicht war es ein Unhold. Auch das köstliche Mittwochs-Döner im Kreise der Kollegen sorgt nicht nur für Darmwinde, sondern auch für gute Laune. Was soll man auch tun? Das Zeug wegwerfen? Allerhand Tiere gaben ihr Leben doch nicht für die Tonne. Das gibt's nur bei Menschen.

Heute beim Zappen schlug mir 3sat (das ist ein Sender wie Pro7 oder Sat1) Aufnahmen um die Ohren, die ich lieber nicht gesehen hätte. Jeder weiß, wie das da abläuft, in den Konzentrationslagern für Wesen unterer Ordnung. Aber man denkt dann schnell an Winnie Pooh oder Schweinchen Dick oder all die glücklichen Ferkelchen, die auf Postern in der Metzgerei die Hufe recken, um ihre Köstlichkeit anzupreisen. Dann geht's wieder. In Zeiten von Auschwitz und Buchenwald gab's ja auch Heinz Rühmann. Funktioniert.

Ich weiß nicht, wann's bei mir wieder geht. Ich kann so Filme wie Hostel und dergleichen nicht gut haben, weil ich vielleicht zu viel Einfühlungsvermögen habe (manche Frau wird an dieser Stelle laut lachen). Aber Menschen quälen geht immer noch besser als Tiere. Ich würde zweifelsfrei lieber ne Oma überfahren als ein Reh. Da kann ich nix für. Die Oma hat sicherlich viel mehr Tiere auf dem Gewissen als das Reh. Da ist das nur fair.

Ich war bislang der Ansicht, dass das Töten eines Schweins per Elektroschock ne super Sache sei. Ok, bei Menschen darf man das auch nicht überall, aber die darf man ja auch nicht anschließend essen. Vielleicht ist das der Grund. Essen Islamisten und Christen eigentlich ihre Frauen nach der Steinigung? Nur so ein Gedanke. Jedenfalls geht das Töten von Tieren ganz human vor sich: Das Schwein geht und guckt und fragt sich noch total neugierig, wohin der Weg nun führt und schon isses hinüber. Bsssst. Vier Wochen später liegt es halb verfault auf der Pizza und niemand hat wirklich arg darunter gelitten. So dachte ich bis heute.

Heute durfte ich Zeuge werden, wie das wirklich geht. Da steht ein Haufen Schweine jedes Alters in einem gekachelten Raum und guckt zu, wie ein emotional offenbar völlig demontierter Henker ein Jungschwein mit dem Stiefel auf den Boden drückt, um es dann recht unsanft mit der Stromkeule alles vergessen zu lassen. Das geht nicht immer ganz so schnell wie bei den Jungs, die auf S-Bahnen spielen und dafür sorgen, dass nicht ganz so viele Unterbelichtete lange unter uns weilen. Die restlichen Nicht-Menschen drängen sich derweil an die Wände und versuchen, sich gegenseitig ein Versteck zu bieten. Die dumme Sau versteht durchaus, was da vor sich geht. Sie kann nur nicht die Polizei rufen mit den klumpigen Hufen. Was die dumme Sau mit der Elektrokeule nachts schlafen lässt, verstehe ich nicht. Die Sendung war längst nicht vorbei, aber die paar Sekunden sollten mir genügen. Vielleicht ging's da gar um Bio-Fleisch von glücklichem Getier, ich weiß es nicht.

Ich weiß aber wohl, dass ich nächsten Mittwoch kein Döner ordern werde. Jaja, ich weiß ... da ist kein Schwein drin. Himmel! Vielleicht haben die die Lämmer und Rinder später noch gezeigt, aber ne Psychotherapie wegen traumatischen Fernsehsendungen kriegt man bei keiner Krankenkasse durch.

Und so steh ich da und frag mich, ob das alles so gut ist mit dem Fleisch. Eigentlich kann man das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, wenn man nicht den Mumm hat, sich das Reh selbst aus dem Wald zu holen. Andererseits weiß ich, dass ich auf Obst immerzu "Klo!" antworte und Gemüse einfach nicht mein Freund werden will. Und immer nur Kartoffeln mit Nudeln ist ja auch nichts. Ich bin ratlos.

Zum Abschluss ein Suchspiel! Finde den Unterschied zwischen den folgenden Bildern.


Tierhass

Was nervt am Sommer am meisten? Na?
Mücken? Ha!
Bei 50 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit im Büro sitzen? Ach, Schabernack!
Vielleicht, dass einem allerorts stinkende Menschen ihren Mief entgegenwerfen? Da lach ich!
Bares Fußwerk mit Chipslettenoptik? Man kann wegsehen.
Möglicherweise die Menschen, die bei 30 Grad darüber motzen, dass es zu heiß ist und vor Wochen noch motzten, dass es zu kalt sei? Ja, die sind schwer zu ertragen.
Durchwachte Nächte in fiebrigen Kurzträumen? Auch das nicht.

Was wirklich hammerhart zuschlägt, wenn es um das Zermürben des allerletzten Nervs geht, sind ... MOTTEN!
Was zur Hölle hat Gott sich gedacht, als er dieses flatternde Dreckspack erfand? Worin liegt ihr Daseinszweck? Andauernd fliegen einem nordseeinselgroße grenzdebile Insekten klatschend ins Gesicht. Man kann sie nichtmal erschlagen, um ihrem unheiligen Tun ein Ende zu bereiten, weil sie derart planlos wie ruhelos vor sich hin ramentern, dass man sie schwerer erwischt als die auch sehr unnütze Stubenfliege. Und sollte man doch mal eine erwischen, kann man direkt den Staubsauger holen. Sie bestehen aus Staub. Vor allem in der Birne.

Überall im nächtlichen Zimmer, das eigentlich Ruhe und Besinnung verspricht, knallen sie wie besinnungslos vor das Mobiliar und dessen Käufer. Eine Büffelherde durch's Appartement zu treiben würde weniger Lärm machen. Nichtmal Russen können so nerven.

Motten suchen das Licht. Daher sind sie nachtaktiv. Hm? Wie kann das sein? Ich rufe die Evolution! Hysterisch kichernd nimmt man das letzte bisschen Körperkontrolle zusammen und schaltet die entfernteste Lampe auf Flutlicht, in der Hoffnung, sie mögen nun dort flattern. Aber sie finden die scheiß Lichtquelle nicht. "Da muss irgendwo die Sonne sein! Lasst uns alle dunklen Zimmerecken nach ihr absuchen! Oder haben wir das schon getan? Egal!"

Während ich das schreibe, metert mir eine Mot ... ich kann grad nix sehen ... Motte in der Größe eines geflügelten Bernhardiners vor den Bildschirm. Vor Minuten noch zog sie die dunkle Ecke hinter dem Schreibtisch vor. Ich weiß, dass sie mir gleich wieder ins Gesicht patschen wird. Und ich werde mich wieder erschrecken und mich selbst schlagen.

Die Motte ist die wahre Geißel des Menschen. Als der Pole den Hammer erfand, nannte er ihn Mottek. Und ich weiß genau warum.

Ich, van Gogh.

Mittwoch, Juli 01, 2009 by hodi aka raketenmann 0 Mal Senf dazu
Es ist zum Davonlaufen. Ich kann nur nicht, denn ich bin's ja selbst. Der tricky, der rocco, vor allem die S. machen mich wahnsinnig! Ich weiß, ihr wartet auf neue Bilder und ich habe einen Plan. Aber derzeit kreise ich schreiend um meine Wohnzimmerbirne und raufe mein Resthaar. Es tut mir leid. ICH KANN NIX!

Erleichterung verschaffte mir heute eine Freundin, indem sie sagte, was ich auch schon vermutete. Die S. ist einfach zu schön! So doof es auch klingen mag. Ich komm mir schon bescheuert vor, wie ich Stunde um Stunde da sitze und Fotos einer Frau beglotze. Fürchterlich. Aber ich beglotz ja auch die von männlichen Freunden.

Und obwohl die anderen, es wären nach Schätzungen noch ACHT, allesamt irgendwie mindestens so komisch aussehen wie ich, krieg ich nix hin!

Ich geh jetzt und schneide mir ein Ohr ab. Danach mach ich den tricky fertig. Also malerisch. Zum kotzen. Ich hol jetzt die Axt. Bringt doch alles nix.